geboren 1961 in Delmenhorst. Studium der Germanistik, Philosophie, Politikwissenschaft, M. A. an der Carl von Ossietztky Universität Oldenburg. Mein erster Lyrikband Die Spur zweier Farben erschien 2003. Zahlreiche Performances sowie Publikationen in Anthologien. Teilnahme 2011 am Selma Meerbaum-Eisinger-Lyrikwettbewerb bei amobo.de mit Szenarien.
Laute überall – und der Regen klingt dabei schon viel trock´ner heut!
B.
Grotewohlt
Als ich glücklich war
Als ich glücklich war
knisterte das Gras
summte eine Hummel
hat Wind und Schnee meine Wangen
in die Farben der Zuversicht gerieben
und war auch ich mir nicht genug
hatte mein Lieblingsgedanke
Kranichflügel
und meine Herzschläge schleiften mich
zu deiner Wohnungstür – unzählbar oft
Als ich glücklich war
wurden die Nachrichten der Singvögel
an mich weitergegeben
(sie sind verschieden
wie die Wolken verschieden sind)
erfroren die Schatten in meiner Seele
die verwinzigt sind
brannten die Sonnenstrahlen auf meinen
Armen im Monat Juni
voll Einverständnis
B. Grotewohlt
In meinen Texten geht es darum, durch die
Kraft der Poesie bestimmte Zusammenhänge im eigenen Innern neu
zu erschließen. Mit einem reichen Fundus an
vielfältig aufgeladenen Bildern, Gedanken- und
Emotionssplittern versuche ich genau diese Gefühle nochmals zu
erzeugen. Um letztlich immer wieder stehen zu bleiben. Zeitspuren
eingepasst in Klangfarben. Ein Gedicht ist ein Gedicht.
Die
Kunst ist eine intellektuelle Funktion, gesund, stark
und wahr und nur eine andere Form der Denkfähigkeit.
Sie ist kein Delirium, sondern eine Philosophie.